Wir haben die Leitungen der zehn hoffnungsorte gefragt: Wo habt ihr im letzten Jahr bei eurer Arbeit
Gemeinschaft wahrgenommen? Sie haben uns berichtet:

Im medizinischen Versorgungsangebot westend open.med hat das Team aus hauptamtlichen
Mitarbeitenden und ehrenamtlichen Ärzt:innen eine Frau unterstützt, eine gewaltvolle Beziehung zu
verlassen. Sie haben ihr aus dem Bekanntenkreis der Dolmetscher:innen eine gleichsprachige Helferin
vermittelt, die die Frau nun auf ihrem Weg unterstützt.

Im herz as haben im vergangenen Jahr viele Gäste gefragt, ob sie bei der Essensausgabe und anderen
Aufgaben helfen können, die im Tagesaufenthalt anfallen. Sie äußerten den Wunsch, etwas zurückzugeben,
weil sie selbst viel Hilfe von den Mitarbeitenden erfahren haben.

Im marianne-doell-haus ist eine ehrenamtliche Mitarbeiterin kurzfristig eingesprungen, als es im
hauptamtlichen Team zu einem Engpass kam. Die Ehrenamtlichen fühlen sich der Einrichtung und den
Kolleginnen verbunden und helfen selbstverständlich mit, schwierige Zeiten zu überstehen.
Im schulhafen haben sich die Beziehungen der Gäste zwischen Deutschkurs, Nähworkshop, Trommelgruppe
und gemeinsamen Kochabend so weit gefestigt, dass sich einige von ihnen sogar gegenseitig bei der
Wohnungssuche geholfen haben: Fünf wohnungslose Menschen fanden dank dieser Gemeinschaft ein
eigenes Mietverhältnis.

In der beratungsstelle mitte arbeiten unsere beiden Kolleg*innen gemeinschaftlich mit dem Team des
Sozialdienst Katholischer Frauen in der Beratung von Menschen im Sozialleistungsbezug. Sie haben uns
berichtet, wie sehr sie die trägerübergreifende Zusammenarbeit und deren Synergieeffekte schätzen.
In der münze kauft ein selbst psychisch kranker, ehemals obdachloser Bewohner einem Nachbarn gerne
dessen Lieblingssüßigkeit. Dann geht für den Beschenkten, der schwer psychisch erkrankt ist, sichtlich für
einen Moment die Sonne auf und „sein Tag ist gerettet“, wie er immer sagt.

In der mieterberatung wurde kontinuierlich durch die Schlichtung von Ärgernissen und
Auseinandersetzungen die nachbarschaftliche Gemeinschaft in den Häusern der Wichern Baugesellschaft
gepflegt.

In die bahnhofsmission hamburg kam eine unheilbar an Krebs erkrankte Gästin nicht für einen konkreten
Rat, sondern weil ihr die Gespräche mit einem Mitarbeiter dort so guttaten. An ihrer Begleitung nahm das
ganze 100-köpfige Team Anteil.

Im haus jona hatte sich ein Bewohner sehr zurückgezogen. Die Mitarbeitenden des Übernachtungshauses
für Wohnungslose waren besorgt. Behutsam konnten sie ihn nach mehreren Wochen schließlich wieder
ermutigen, sich in der Gemeinschaftsküche dazuzugesellen.

Bei plata begleiteten zwei Kolleginnen einen obdachlosen EU-Bürger, der keine Perspektive zum Verbleib in
Hamburg hatte, mit dem Bus nach Polen und unterstützten die Kontaktaufnahme zu seiner Familie und
dem Hilfesystem vor Ort.

Und in der Geschäftsstelle? Hier haben wir nach dem diesjährigen Geschäftsführungswechsel und
Hinzukommen neuer Kolleg*innen unser Miteinander in den Arbeitsabläufen bereits zu großen Teilen
gefunden und waren auch ein bisschen erstaunt, wie schnell das ging.