Katarina Kalbouni: „Mit ungewöhnlichen Ansätzen viel bewegen“

Die Bahnhofsmission Hamburg hat eine neue Leiterin: Seit dem 1. Januar 2026 trägt Katarina Kalbouni (47) die Verantwortung für die Einrichtung der „hoffnungsorte hamburg“ und folgt damit auf Axel Mangat, der die Geschäftsführung des Trägervereins übernommen hat.

Katarina Kalbouni bringt langjährige Erfahrung aus der psychosozialen Arbeit mit, die sie gezielt in die Arbeit der Bahnhofsmission einbringen möchte. In den vergangenen Wochen wurde für sie deutlich, welche große Rolle psychische Belastungen bei den oft komplexen Problemlagen im Bahnhofsumfeld spielen. „Dafür braucht es eine fachliche Einordnung – entsprechend wichtig ist es, die psychologische Perspektive in der Bahnhofsmission künftig weiter zu stärken“, so Kalbouni.

Zum Start setzt sie bewusst auf eine gründliche Bestandsaufnahme: „Ich gehe mit offenen Augen und Ohren durch die Bahnhofsmission und verschaffe mir ein möglichst genaues Bild von Arbeitsabläufen, Gästen und Themen.“ Die Bahnhofsmission erlebe sie als einen Ort, an dem viele unterschiedliche Problemlagen zusammenkämen – von individuellen Lebensgeschichten bis zu strukturellen Grenzen des Hilfesystems. „Gerade an dieser Schnittstelle kann man mit kreativen, manchmal auch ungewöhnlichen Ansätzen viel bewegen“, so die 47-Jährige.

Kalbouni wurde in der Slowakei geboren und kam 1997 nach Hamburg. „Eigentlich wollte ich nur ein Jahr bleiben, um meine Deutschkenntnisse zu verbessern“, erinnert sie sich. Doch es kam anders: Sie holte das deutsche Abitur nach und studierte Psychologie an der Universität Hamburg. Zuletzt entwickelte und leitete sie das Projekt „CatchUp“, das junge Menschen mit integrationshemmenden psychischen Auffälligkeiten beim Einstieg in den Arbeitsmarkt unterstützt.