
Haupt- und Ehrenamtliche Mitarbeitende haben gemeinsam das 15-jährige Jubiläum des Westend open.med gefeiert.
Medizinische Hilfe für Menschen ohne Krankenversicherung
15 Jahre Westend open.med
Seit 15 Jahren bietet das Westend open.med in Hamburg-Wilhelmsburg medizinische Hilfe für Menschen ohne Krankenversicherung an. Was 2011 als „Migrantenmedizin“ begann, hat sich zu einer etablierten Anlaufstelle entwickelt, die heute Menschen aus aller Welt anonym, kostenfrei und unbürokratisch unterstützt.
Im Jahr 2025 wurden im Westend open.med 322 Patientinnen und Patienten aus 52 Ländern betreut. Mehr als die Hälfte von ihnen nahm das Angebot erstmals in Anspruch. Insgesamt fanden 772 Behandlungstermine statt, vor allem in den allgemeinmedizinischen und gynäkologischen Sprechstunden. Kinder wurden 53 Mal behandelt.
„Das Westend open.med ist ein Ort der Begegnung. Obwohl sich in den vergangenen 15 Jahren vieles verändert hat, ist dieser Aspekt bis heute erhalten geblieben“, sagt Bronwyn Margolis, Leiterin der Einrichtung.
Die Wurzeln der heutigen Einrichtung reichen bis ins Jahr 2009 zurück. Nachdem die Wichern Baugesellschaft das Gebäude am Vogelhüttendeich 17 erworben hatte, entstand dort gemeinsam mit den heutigen Hoffnungsorten Hamburg ein Nachbarschaftstreff. Eltern-Kind Gruppen, Beratungsangebote, kulturelle Veranstaltungen und Nachbarschaftsprojekte machten das Westend schnell zu einem lebendigen Treffpunkt.
Zwei Jahre später gründete der ehemalige Chirurg und Orthopäde Dr. Helmut Unger die „Migrantenmedizin westend“. Sein Ziel war es, Menschen medizinisch zu versorgen, die vom regulären Gesundheitssystem ausgeschlossen waren. Gemeinsam mit der damaligen Leiterin Kerstin Johannsen baute er ein Netzwerk engagierter Ärztinnen und Ärzte auf, die bereit waren, Betroffene anonym zu behandeln.
Vieles von dem, was damals entstand, prägt die Einrichtung bis heute. Die allgemeinmedizinische Sprechstunde findet weiterhin dienstags statt. Auch die Unterstützung durch Sprachmittlung und die enge Zusammenarbeit mit medizinischen Fachkräften sind geblieben. Gleichzeitig hat sich die Zielgruppe erweitert: Heute richtet sich das Angebot an alle Menschen ohne gesicherten Krankenversicherungsschutz. Ziel ist nicht nur die medizinische Versorgung, sondern auch die Unterstützung auf dem Weg zurück in das reguläre Gesundheitssystem.
Seit 2014 ist das Westend open.med außerdem Teil der Inlandsprogramme von Ärzte der Welt e.V.. Gemeinsam setzen sich die Partner dafür ein, Barrieren im Zugang zu notwendiger medizinischer Versorgung abzubauen. „Das Bestehen des Westend open.med erzählt vor allem eine Geschichte gesellschaftlichen Engagements“, betont Bronwyn Margolis. Das Jubiläum sei deshalb vor allem auch ein Anlass, den vielen Ehrenamtlichen, Ärzt:innen, Sprachmittler:innen, Unterstützenden und Fördernden zu danken, die das Angebot seit 15 Jahren tragen. Als spendenfinanzierte Einrichtung ist das Westend open.med bis heute auf dieses Engagement angewiesen.
